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Blog · Besenreiser

Verödung von Besenreisern.

Ablauf, Wirksamkeit, Risiken und realistische Erwartungen – verständlich erklärt.

Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Medizin geprüft.

Besenreiser – diese feinen rot-bläulichen Äderchen knapp unter der Haut – sind für viele Frauen und auch manche Männer ein Sommer-Thema. Sie sind selten medizinisch problematisch, werden aber als kosmetisch störend empfunden. Die Sklerosierung – fachlich „Sklerotherapie" oder umgangssprachlich „Verödung" – ist seit Jahrzehnten das Verfahren der Wahl. Wie sie funktioniert, was sie leistet und was sie nicht leistet.

Was sind Besenreiser eigentlich?

Besenreiser sind die kleinsten Form sichtbarer Venenerweiterungen – feine, intradermal verlaufende Venen von 0,1 bis 1 mm Durchmesser. Sie sind häufig die Spitze eines Eisbergs: Manchmal speisen sich Besenreiser aus tiefer liegenden, retikulären Varizen oder sogar erkrankten Stammvenen. Deshalb gehört vor jeder Verödung eine Ultraschalluntersuchung – sonst riskieren Sie, dass das gleiche Bild nach wenigen Monaten wiederkommt.

Wie die Sklerosierung funktioniert

Mit einer sehr feinen Nadel injizieren wir ein zugelassenes Verödungsmittel direkt in den Besenreiser. Das Mittel reizt die Veneninnenwand – sie verklebt, die Vene wird verschlossen. Der Körper baut die nun nicht mehr durchblutete Vene über mehrere Wochen ab. Sie verschwindet aus dem Bild.

Wir verwenden je nach Größe der Vene zwei Varianten:

  • Flüssige Sklerosierung – bei feinsten Besenreisern unter 1 mm.
  • Schaum-Sklerosierung – bei retikulären Varizen oder größeren Venen, weil der Schaum das Mittel länger an der Veneninnenwand hält.

Der Ablauf in unserer Praxis

  1. Erstgespräch und Ultraschall. Wir prüfen, ob hinter den Besenreisern eine größere Venenerkrankung steckt.
  2. Behandlungstermin. Sie liegen entspannt, das Bein wird desinfiziert. Die Injektion erfolgt mit feinen Nadeln, eine Betäubung ist nicht nötig. Eine Sitzung dauert je nach Anzahl der Areale 20 bis 45 Minuten.
  3. Kompression. Direkt nach der Behandlung legen wir einen Kompressionsverband oder -strumpf an. Sie tragen den für etwa eine Woche (genaue Dauer richtet sich nach Befund).
  4. Kontrolle. Nach drei bis sechs Wochen kommen Sie zur Kontrolle. Falls nötig, planen wir die nächste Sitzung.

Was Sie nach der Behandlung erwarten dürfen

  • Direkt nach der Sitzung sind die behandelten Venen rötlich-bräunlich, leicht erhaben
  • In den ersten Tagen können kleine Blutergüsse auftreten – meistens harmlos und vollständig rückläufig
  • Vorübergehend kann eine bräunliche Pigmentierung (Hyperpigmentierung) entstehen, die in der Regel über Monate verblasst
  • Sport, Sauna, langes Sonnenbaden pausieren Sie für ein bis zwei Wochen
  • Spazierengehen und normale Alltagsaktivität sind ab dem nächsten Tag wieder problemlos

Mögliche Nebenwirkungen

Die Sklerosierung ist seit Jahrzehnten etabliert und insgesamt risikoarm. Mögliche, meist harmlose Begleiteffekte:

  • Lokale Reizung, Juckreiz, kleine Blutergüsse
  • Vorübergehende Pigmentverschiebungen
  • Selten: feine neue rote Adernzeichnung („Matting") als Reaktion auf die Behandlung – meist von selbst rückläufig
  • Sehr selten: allergische Reaktion auf das Verödungsmittel, oberflächliche Venenentzündung. Schwerwiegende Komplikationen (Thrombose, Hautnekrose) sind extrem selten

Wer sich nicht oder nur eingeschränkt eignet

  • Schwangerschaft und Stillzeit – Sklerosierung wird in dieser Zeit nicht durchgeführt
  • Bettlägerigkeit oder akute tiefe Venenthrombose
  • Bekannte schwere Allergie gegen das Verödungsmittel
  • Ausgeprägte arterielle Verschlusskrankheit der Beine (relativ)

Realistische Erwartung – was die Sklerosierung leistet

Bei guter Indikation und sauberer Technik führt die Sklerosierung in der Mehrheit der Fälle zu einem deutlich gleichmäßigeren Hautbild. Was sie nicht leistet: ein perfekt makelloses Bein. Manche Areale brauchen mehrere Sitzungen, manche Besenreiser sprechen schlechter an, neue können sich an anderer Stelle bilden. Eine fachärztliche Aufklärung gehört deshalb in jedes Erstgespräch.

Häufige Fragen

Wie viele Sitzungen brauche ich?
Das hängt vom Befund ab. Typisch sind zwei bis vier Sitzungen pro Bein, im Abstand von etwa drei bis sechs Wochen. Manche Patientinnen sind nach einer Sitzung zufrieden, andere benötigen mehr.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die feinen Nadeln spüren die meisten Patientinnen kaum. Während der Injektion kann ein kurzes Brennen oder Ziehen entlang der Vene auftreten – das verschwindet innerhalb von Sekunden bis Minuten.
Wann sieht man das Ergebnis?
Die ersten sichtbaren Besenreiser werden bereits nach zwei bis vier Wochen blasser. Bis sich die Vene komplett abgebaut hat, vergehen oft zwei bis drei Monate. Geduld zahlt sich aus.
Bleiben die Besenreiser für immer weg?
Die behandelten Venen sind dauerhaft verschlossen und werden vom Körper abgebaut. Neue Besenreiser können sich aber an anderen Stellen bilden, vor allem bei genetischer Veranlagung. Eine jährliche Kontrolle reicht meist aus.
Was kostet eine Verödungssitzung?
Die Kosten richten sich nach GOÄ und der Anzahl der behandelten Areale. Eine Sitzung liegt typischerweise im niedrigen dreistelligen Bereich. Bei reiner Ästhetik trägt die Krankenversicherung die Kosten in der Regel nicht.

Besenreiser-Sprechstunde

Erstgespräch mit Ultraschall.

Vor jeder Verödung steht die Frage: Was steckt unter den sichtbaren Adern?