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Blog · Lipödem

Lipödem & Kompression.

Flachstrick, Strumpfhose, Leggings – die Kompressionsversorgung ist beim Lipödem ein zentraler Baustein. Worauf es ankommt, damit sie wirkt und im Alltag funktioniert.

Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Medizin geprüft.

Die Kompression ist neben Bewegung und Hautpflege das Herzstück der konservativen Lipödem-Behandlung. Sie kann Schwellung und Schweregefühl lindern und das Gewebe stützen. Damit sie das leistet, müssen Material, Klasse und Passform stimmen. Hier die wichtigsten Punkte.

Flachstrick vs. Rundstrick

Der entscheidende Unterschied: Flachstrick wird flach gestrickt und mit einer Naht zusammengefügt. Das Material ist fester, formstabiler und schnürt in Hautfalten nicht ein – deshalb ist es beim Lipödem in der Regel die richtige Wahl. Rundstrick ist dünner und nahtlos, eignet sich aber eher bei leichter Venenschwäche und ist beim Lipödem oft nicht ausreichend.

Welche Versorgung gibt es?

  • Strumpfhose / Leggings: bei Befall der Oberschenkel und des Gesäßes – Leggings sind eine alltagstaugliche, oft als angenehm empfundene Variante.
  • Oberschenkelstrümpfe (mit Haftrand): wenn Unter- und Oberschenkel betroffen sind.
  • Armversorgung: beim Arm-Typ des Lipödems.

Beim Lipödem werden diese Teile meist nach Maß angefertigt, weil die Disproportion mit Konfektionsgrößen schwer abzudecken ist.

Worauf es ankommt

  • Kompressionsklasse: wird ärztlich festgelegt – nicht zu schwach, aber auch nicht überdimensioniert.
  • Maßanfertigung: exaktes Anmessen durch das Sanitätshaus, idealerweise morgens.
  • Anziehen: mit etwas Übung und Hilfsmitteln machbar – siehe unsere Anleitung zum Anziehen.
  • Erneuerung: Die Druckwirkung lässt nach etwa sechs Monaten nach; dann ist eine neue Versorgung sinnvoll.

Modische Shaping-Leggings sind kein Ersatz

„Figurformende" Leggings aus dem Handel sehen ähnlich aus, haben aber keinen definierten, medizinisch abgestuften Druckverlauf. Sie können eine medizinische Flachstrick-Versorgung nicht ersetzen – im Zweifel schaden ein einschneidender Bund oder ungleichmäßiger Druck sogar.

Kompression im Gesamtkonzept

Kompression wirkt am besten als Teil eines Konzepts: zusammen mit Bewegung, Hautpflege, Gewichtsstabilisierung und – wo nötig – manueller Lymphdrainage. Mehr zur Einordnung in unseren Beiträgen zu den Lipödem-Stadien und zur Ernährung beim Lipödem.

Häufige Fragen

Flachstrick oder Rundstrick beim Lipödem?
Beim Lipödem wird in der Regel Flachstrick empfohlen. Er ist fester, rutscht weniger in die Hautfalten und schnürt nicht ein. Rundstrick (die dünnere, nahtlose Variante) eignet sich eher bei leichter Venenschwäche, beim Lipödem oft nicht ausreichend.
Sind Lipödem-Leggings sinnvoll?
Medizinische Kompressionsleggings (flachgestrickt, nach Maß) können eine gute, alltagstaugliche Option sein – gerade für jüngere Patientinnen. Wichtig ist die korrekte Kompressionsklasse und Maßanfertigung; modische „Shaping"-Leggings aus dem Handel sind kein Ersatz.
Zahlt die Kasse die Kompression beim Lipödem?
Medizinisch notwendige Kompressionsversorgung ist bei entsprechender Diagnose und Verordnung in der Regel eine Kassenleistung. Details hängen vom Einzelfall ab – wir beraten Sie dazu.
Muss ich die Kompression dauerhaft tragen?
Das Lipödem ist chronisch, daher ist Kompression meist eine Dauertherapie. Wie konsequent und in welcher Form, stimmen wir individuell ab – sie ist ein Baustein neben Bewegung, Hautpflege und gegebenenfalls Lymphdrainage.

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