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Blog · Venen

Kompressionsstrumpf
richtig anziehen.

Der beste Kompressionsstrumpf nützt nichts, wenn er im Schrank bleibt, weil das Anziehen quält. So gelingt es – mit Anleitung, Hilfsmitteln und ehrlichen Tipps.

Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Medizin geprüft.

Kompressionsstrümpfe gehören zur Basis fast jeder Venen- und Lymphbehandlung – nach einer Krampfaderbehandlung, beim Lipödem und Lymphödem oder zur Thrombose-Prophylaxe. Sie wirken aber nur, wenn man sie auch trägt. Und genau daran scheitert es oft: Das Anziehen ist mühsam. Hier kommen die Tipps, die in der Praxis wirklich helfen.

Der wichtigste Tipp: morgens anziehen

Ziehen Sie den Strumpf direkt nach dem Aufstehen an, noch bevor Sie länger stehen. Über Nacht sind die Beine abgeschwollen – das ist das Zeitfenster, in dem der Strumpf am leichtesten über das Bein gleitet. Jede Stunde, die Sie warten, macht es schwerer.

Schritt für Schritt

  1. Hände vorbereiten: Tragen Sie Gummi- oder Spezialhandschuhe – sie geben Grip und schonen das Gewebe des Strumpfs.
  2. Strumpf wenden: Greifen Sie in den Strumpf bis zur Ferse und ziehen Sie ihn auf links, sodass der Fußteil eine „Tasche" bildet.
  3. Fuß einsetzen: Fuß in die Tasche stellen, Ferse exakt platzieren.
  4. Hochrollen statt ziehen: Den Strumpf Stück für Stück über Knöchel und Wade nach oben streifen – nicht am oberen Rand zerren.
  5. Glattstreichen: Zum Schluss Falten ausstreichen, der Strumpf muss gleichmäßig anliegen.

Hilfsmittel, die das Leben leichter machen

  • Anziehhilfe (Gestell): Der Strumpf wird über einen Bügel gespannt, das Bein gleitet hinein – ideal bei steifen Hüften oder Knien.
  • Gleithilfe (Seide/Folie): Eine glatte Hülle, über die der Strumpf besser rutscht.
  • Spezialhandschuhe: verbessern den Griff enorm und verhindern Laufmaschen durch Fingernägel.

Viele dieser Hilfen sind bei entsprechender Indikation verordnungsfähig – sprechen Sie uns darauf an.

Häufige Fehler

  • Zu spät am Tag angezogen – das Bein ist bereits geschwollen.
  • Oberen Rand umgeschlagen – das erzeugt einen Stau wie ein Gummiband.
  • Falten stehen gelassen – das gibt Druckstellen.
  • Falsche Größe – ein einschneidender oder rutschender Strumpf wurde nicht korrekt angemessen.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Schneidet der Strumpf ein, rutscht er oder verursacht er Schmerzen, Taubheit oder Druckstellen, sollten Sie ihn nicht „durchhalten". Dann passen meist Größe, Kompressionsklasse oder Passform nicht. Lassen Sie das fachärztlich prüfen – oft ist eine Maßanfertigung (Flachstrick) die Lösung. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Kompression beim Lipödem.

Häufige Fragen

Wann ziehe ich Kompressionsstrümpfe am besten an?
Morgens direkt nach dem Aufstehen, solange die Beine noch abgeschwollen sind. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird das Anziehen, weil das Bein im Tagesverlauf anschwillt.
Was hilft, wenn der Strumpf sich nicht anziehen lässt?
Eine Anziehhilfe, Gummihandschuhe für besseren Grip und etwas Geduld. Die Haut sollte trocken sein. Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Hände oder Hüfte gibt es spezielle Gestelle, über die der Strumpf gestreift wird.
Wie lange halten Kompressionsstrümpfe?
Medizinische Kompressionsstrümpfe verlieren mit der Zeit ihre Druckwirkung. In der Regel werden sie nach etwa sechs Monaten erneuert – sie sind dann oft erneut verordnungsfähig.
Darf der Strumpf Falten werfen oder einschneiden?
Nein. Falten erzeugen Druckstellen, ein einschneidender Abschlussrand staut das Blut. Der Strumpf muss faltenfrei und gleichmäßig sitzen. Schneidet er ein oder rutscht er, stimmen Größe oder Passform nicht – lassen Sie das prüfen.

Venensprechstunde

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