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Blog · Krampfadern

Stammvene entfernen: Was sind die Folgen?

Die häufigste Frage vor einer Krampfaderbehandlung: Brauche ich diese Vene nicht? Die kurze Antwort und die ausführliche.

Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Medizin geprüft.

Wenn im Ultraschall eine undichte Stammvene auftaucht, kommt fast immer dieselbe Frage: „Die kann man doch nicht einfach entfernen, die brauche ich doch?" Die Sorge ist verständlich. Die Antwort ist in den meisten Fällen beruhigend, hat aber ein paar Bedingungen.

Was ist die Stammvene überhaupt?

Am Bein gibt es zwei Venensysteme. Die tiefen Venen liegen zwischen den Muskeln und transportieren den größten Teil des Blutes zurück zum Herzen, nach gängiger Schätzung rund 90 Prozent. Die oberflächlichen Venen liegen im Fettgewebe unter der Haut. Die beiden wichtigsten davon heißen Stammvenen: die große Rosenvene an der Innenseite des Beins und die kleine Rosenvene an der Wade.

In einer gesunden Stammvene sorgen Klappen dafür, dass das Blut nur nach oben fließt. Schließen diese Klappen nicht mehr, sackt das Blut bei jedem Aufstehen zurück. Die Vene weitet sich, die Seitenäste werden zu sichtbaren Krampfadern, und die Beine werden abends schwer und dick.

Warum eine kranke Stammvene nicht mehr hilft

Eine undichte Stammvene transportiert kein Blut mehr sinnvoll nach oben. Sie pendelt es hin und her und staut es im Unterschenkel. Genau dieser Rückstau führt auf Dauer zu Schwellungen, Hautveränderungen und im ungünstigen Fall zu offenen Stellen am Unterschenkel. Wird die kranke Vene ausgeschaltet, fällt dieser Rückfluss weg. Die tiefen Venen übernehmen den Transport, und das tun sie in der Regel ohne Probleme.

Die wichtigste Bedingung dafür: Die tiefen Venen müssen durchgängig und funktionsfähig sein. Das ist einer der Gründe, warum vor jeder Behandlung eine farbcodierte Duplex-Sonographie steht.

Entfernen oder verschließen: drei Wege

Ob die Vene herausgezogen oder von innen verschlossen wird, macht für den Blutfluss am Ende keinen Unterschied. Für Sie als Patientin oder Patient aber schon:

  • Beim klassischen Stripping wird die Vene über Schnitte in der Leiste oder Kniekehle herausgezogen, meist in Voll- oder Rückenmarksnarkose.
  • Bei der endovenösen Lasertherapie verschließt eine Laserfaser die Vene von innen, in örtlicher Betäubung und ohne Schnitt.
  • Der medizinische Venenkleber verklebt die Vene ebenfalls von innen, ganz ohne Wärme und meist ohne Kompressionsstrumpf danach.

Die verschlossene Vene bleibt zunächst als dünner Strang im Gewebe und wird über Monate vom Körper abgebaut. Die deutsche Leitlinie zur Varikose führt die endovenösen Verfahren heute als gleichwertige Alternative zum Stripping. Die klassische Operation hat trotzdem noch ihren Platz, etwa bei sehr ungünstiger Anatomie.

Welche Folgen sind nach dem Eingriff normal?

In den ersten Tagen und Wochen sind Blutergüsse und ein Ziehen entlang der behandelten Vene häufig. Nach dem Stripping sind beides meist stärker als nach Laser oder Kleber. Seltener kommen eine oberflächliche Venenentzündung, bräunliche Verfärbungen der Haut oder ein taubes Hautareal vor, wenn ein kleiner Hautnerv gereizt wurde. Solche Taubheitsgefühle bilden sich meist über Wochen bis Monate zurück. Sehr selten ist eine Thrombose, deshalb gehört eine Ultraschallkontrolle nach dem Eingriff dazu.

Langfristig gibt es eine Folge, die man kennen sollte: Die Vene steht später nicht mehr als Material für einen Bypass am Herzen oder am Bein zur Verfügung. Eine stark erweiterte, kranke Stammvene eignet sich dafür allerdings meist ohnehin nicht mehr.

Muss jede kranke Stammvene behandelt werden?

Nein. Wer keine Beschwerden hat und im Ultraschall nur einen geringen Rückfluss zeigt, kann oft abwarten und mit Bewegung und bei Bedarf Kompression gut leben. Behandeln lohnt sich vor allem, wenn die Beine regelmäßig schmerzen, schwer oder geschwollen sind, wenn sich die Haut verändert oder wenn es schon eine Venenentzündung gab. Diese Abwägung treffen wir mit Ihnen gemeinsam, ohne Zeitdruck.

Häufige Fragen

Braucht man die Stammvene nicht?
Eine gesunde Stammvene transportiert nur einen kleinen Teil des Blutes aus dem Bein, den Großteil schaffen die tiefen Venen. Ist die Stammvene undicht, fließt das Blut in ihr sogar in die falsche Richtung und belastet das Bein. Nach dem Verschluss übernehmen die tiefen Venen ihre Aufgabe. Voraussetzung ist, dass sie gesund sind. Das prüfen wir vorher mit Ultraschall.
Wie lange ist man nach dem Entfernen der Stammvene krankgeschrieben?
Das hängt vom Verfahren ab. Nach einem klassischen Stripping in Narkose sind oft ein bis drei Wochen üblich. Nach einem Verschluss mit Laser oder Venenkleber in örtlicher Betäubung arbeiten viele mit Bürojob schon nach ein bis zwei Tagen wieder, beim Venenkleber oft sofort.
Kann die Vene später noch für einen Bypass verwendet werden?
Eine verschlossene oder entfernte Stammvene steht dafür nicht mehr zur Verfügung. Eine stark erweiterte, undichte Stammvene eignet sich allerdings meist ohnehin nicht als Bypass. Wenn bei Ihnen eine Herz- oder Gefäßoperation absehbar ist, sprechen Sie das vor der Behandlung an. Dann planen wir gemeinsam.
Kommen die Krampfadern nach dem Entfernen wieder?
Die behandelte Vene selbst bleibt in den allermeisten Fällen verschlossen oder entfernt. Die Veranlagung zu Krampfadern bleibt aber bestehen, egal welches Verfahren gewählt wird. An anderen Venen können über die Jahre neue Krampfadern entstehen. Regelmäßige Kontrollen helfen, sie früh zu erkennen.

Ultraschall-Sprechstunde

Wie steht es um Ihre Stammvene?

Die Duplex-Sonographie zeigt, ob und wie behandelt werden sollte. In Nürnberg und Erlangen.