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Blog · Venen

Geschwollene Knöchel: Ursachen und wann zum Arzt.

Der Sockenrand hinterlässt eine Rille, die Schuhe drücken am Abend. Woher die Schwellung kommt, welche Zeichen Sie ernst nehmen sollten und was Sie selbst tun können.

Zuletzt aktualisiert: . Inhalte werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Medizin geprüft.

Abends passen die Schuhe nicht mehr richtig, der Sockenrand hinterlässt eine Rille, und am Morgen ist alles wieder normal. Geschwollene Knöchel kennen viele Menschen, vor allem nach langem Sitzen oder Stehen und an warmen Tagen. Meist steckt nichts Ernstes dahinter. Manchmal aber doch, und dann kommt es darauf an, die Zeichen richtig zu lesen.

Warum gerade der Knöchel anschwillt

Im Stehen und Sitzen ist der Knöchel der tiefste Punkt des Körpers. Das Blut aus den Beinen muss von dort gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen. Das schaffen die Venen nur mit zwei Helfern: der Wadenmuskulatur, die bei jedem Schritt die Venen zusammendrückt, und den Venenklappen, die das Blut am Zurücksacken hindern. Fehlt die Bewegung oder schließen die Klappen nicht mehr dicht, steigt der Druck in den feinsten Gefäßen. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und sammelt sich dort, wo die Schwerkraft sie hinzieht. Fachlich heißt diese Einlagerung Ödem.

Die häufigsten Ursachen

In der Sprechstunde steckt hinter geschwollenen Knöcheln fast immer eine der folgenden Ursachen.

  • Langes Sitzen oder Stehen, Hitze. Die Muskelpumpe ruht, bei Wärme weiten sich die Venen zusätzlich. Die Schwellung ist beidseitig, abends am stärksten und morgens verschwunden.
  • Venenschwäche. Undichte Venenklappen lassen das Blut zurücksacken. Typisch ist eine Schwellung, die sich über Monate entwickelt, oft zusammen mit schweren Beinen, Besenreisern oder Krampfadern. Mehr dazu im Ratgeber Venenschwäche erkennen.
  • Lymphödem. Der Lymphabfluss ist gestört. Häufig ist der Fußrücken mitbetroffen, die Zehen wirken kantig, und die Schwellung bleibt auch nach der Nacht bestehen.
  • Medikamente. Manche Blutdrucksenker, Hormonpräparate, Kortison und einige Schmerzmittel fördern Wassereinlagerungen. Ein Blick in den Beipackzettel lohnt sich.
  • Gelenk oder Verletzung. Nach dem Umknicken, bei Arthrose oder Gicht schwillt der Knöchel einseitig an und schmerzt bei Bewegung.
  • Herz, Nieren, Schilddrüse. Beidseitige Schwellungen, die über Wochen zunehmen, können auf eine innere Erkrankung hinweisen. Das klärt der Hausarzt mit Blutwerten und Herzuntersuchung.
  • Thrombose. Einseitig, plötzlich, oft mit Spannungsschmerz in der Wade. Das ist ein Fall für denselben Tag.

Harmlos oder nicht? Vier Fragen

Mit vier Fragen können Sie die Schwellung selbst grob einordnen.

  1. Eine Seite oder beide? Beidseitig spricht eher für Stehen, Hitze, Medikamente oder eine innere Ursache. Einseitig heißt: Das Problem sitzt im Bein, also Venen, Lymphe, Gelenk oder Thrombose. Das gehört abgeklärt.
  2. Über Nacht weg? Wenn ja, ist die Ursache meist harmlos. Bleibt die Schwellung morgens bestehen, arbeitet etwas dauerhaft nicht richtig.
  3. Bleibt eine Delle? Drücken Sie mit dem Daumen zehn Sekunden lang auf die Schwellung oberhalb des Knöchels. Bleibt eine Delle, ist Wasser im Gewebe. Beim fortgeschrittenen Lymphödem und beim Lipödem bleibt dagegen oft keine Delle, das Gewebe fühlt sich fest an.
  4. Schmerz, Rötung, Wärme? Zusammen mit einer einseitigen Schwellung sind das Warnzeichen, die nicht bis nächste Woche warten.

Wann Sie sofort handeln sollten

Ein Knöchel, der innerhalb von Stunden einseitig anschwillt, dazu ein Ziehen oder Spannen in der Wade und vielleicht eine bläuliche Verfärbung: Das kann eine tiefe Beinvenenthrombose sein. Warten Sie damit nicht bis zum nächsten Praxistag. Außerhalb der Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 zuständig, bei Atemnot oder Brustschmerz der Notruf 112. Wie Sie eine Thrombose von anderen Ursachen unterscheiden, steht im Ratgeber Thrombose im Bein erkennen.

Auch eine heiße, flächig gerötete Schwellung mit Fieber und Schüttelfrost gehört noch am selben Tag zum Arzt. Dahinter kann eine Wundrose stecken, eine bakterielle Infektion der Haut, die mit Antibiotika behandelt werden muss.

Was Sie selbst tun können

Bei der harmlosen Schwellung nach einem langen Tag helfen einfache Dinge. Legen Sie die Beine hoch, am besten über Herzhöhe. Gehen Sie ein paar Minuten auf der Stelle oder wippen Sie mit den Füßen, damit die Wadenpumpe anspringt. Kühles Wasser über die Unterschenkel zieht die Venen zusammen. Wer beruflich viel steht, kann mit Stützstrümpfen vorbeugen. Weniger Salz am Abend hilft manchen ebenfalls.

Entwässerungstabletten aus dem Internet oder aus der Hausapotheke sind dagegen keine gute Idee. Sie behandeln das Symptom, nicht die Ursache, und sie bringen den Mineralhaushalt durcheinander. Hält die Schwellung über Wochen an, helfen die Hausmittel ohnehin nur begrenzt. Dann gehört die Ursache geklärt.

Wie wir die Schwellung abklären

Am Anfang steht das Gespräch: seit wann, eine Seite oder beide, welche Medikamente, welche Vorerkrankungen, gab es schon einmal eine Thrombose in der Familie. Dann schauen wir uns beide Beine an und tasten die Schwellung. Der wichtigste Schritt ist die farbcodierte Duplex-Sonographie. Sie zeigt in wenigen Minuten, ob die Venenklappen schließen, ob die tiefen Venen frei sind und ob sich ein Lymphödem abzeichnet. Besteht der Verdacht auf Herz oder Nieren als Ursache, arbeiten wir mit Ihrem Hausarzt oder Internisten zusammen.

Was danach kommt, hängt vom Befund ab. Bei einer beginnenden Venenschwäche reichen oft Kompression und Bewegung. Ist eine Stammvene undicht, lässt sie sich heute ambulant mit Venenkleber oder Laser verschließen, in örtlicher Betäubung und ohne Klinikaufenthalt. Wie das abläuft, lesen Sie auf der Seite zur Krampfadern-Behandlung. Bei einem Lymphödem beginnt die Behandlung mit Lymphdrainage und Kompression, mehr dazu unter Lymphödem. Die Untersuchung bieten wir in unserer Praxis in Nürnberg an der Königstraße 23 und in Erlangen an.

Häufige Fragen

Warum schwellen meine Knöchel nur abends an?
Über den Tag muss das Blut gegen die Schwerkraft aus den Beinen zurück zum Herzen. Sitzen oder stehen Sie viel, arbeitet die Wadenmuskelpumpe kaum, und Flüssigkeit sammelt sich am tiefsten Punkt. Nachts im Liegen fließt sie ab. Bleibt die Schwellung auch morgens, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Was bedeutet ein geschwollener Knöchel nur an einer Seite?
Eine einseitige Schwellung spricht für eine Ursache im Bein selbst: eine undichte Vene, ein gestörter Lymphabfluss, ein Gelenkproblem oder eine Thrombose. Tritt die Schwellung plötzlich auf und schmerzt, sollten Sie noch am selben Tag zum Arzt.
Helfen Entwässerungstabletten gegen geschwollene Knöchel?
Nur, wenn ein Arzt sie wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung verordnet hat. Bei einer Venenschwäche oder einem Lymphödem bringen sie wenig und bringen den Mineralhaushalt durcheinander. Sinnvoller ist es, die Ursache zu klären.
Welcher Arzt ist bei geschwollenen Knöcheln zuständig?
Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt. Bei Verdacht auf eine Ursache in den Venen oder Lymphgefäßen ist der Phlebologe oder Gefäßchirurg zuständig. In unserer Praxis klären wir die Schwellung mit Ultraschall direkt beim ersten Termin ab, in Nürnberg und Erlangen.

Ultraschall-Sprechstunde

Dicke Knöchel, die nicht weggehen?

Ein Venen-Ultraschall klärt die Ursache beim ersten Termin. In Nürnberg und Erlangen.